Anne's Leben
                                            

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2018-01-15

Unschooling - das wärs! Oder?

Seit geraumer Zeit verfolge ich Lucy, eine YouTuberin, welche über ihre Familie berichtet. Sie stammen eigentlich aus England, sind jedoch vor einigen Jahren nach Neuseeland gezogen, um dort in einer Jurte zu leben. Ihr Grundstück ist riesig, weswegen sie öfter Unschooling Camps mit anderen Eltern und Kindern veranstalten.
Aber was ist Unschooling eigentlich genau?

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Unschooling bedeutet, dass die Kinder das lernen, was sie gerade lernen möchten und vor allem auch, wann sie es möchten. Unschooling ist nicht zu verwechseln mit Homeschool, bei welchem die Kinder zu Hause von den Eltern oder Lehrpersonen nach einem Lehrplan unterrichtet werden. Unschooling ist freier gestaltet. Es lässt den Kindern den Freiraum, sich selber und ihre Umwelt kennen zu lernen. Man könnte auch sagen, dass die Kinder „spielerisch entdecken und lernen.“
Aber ist diese Unterrichtsform wirklich ideal?

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Die Frage kann ich nicht beantworten, weil ich, wie auch alle die ich kenne, den herkömmlichen Weg gegangen bin: Kindergrippe, Kindergarten, Schule, Ausbildung/Studium. Der Weg eines Kindes scheint vorgegeben zu sein, oder sagen wir mal, man macht es so, wie es auch die Eltern bereits gemacht haben. Aber mit den Zwängen und Normen hatte ich schon immer meine liebe Mühe. 

FOTO 3 UNSCHOOLING.jpg

Wenn ein Kind nicht exakt in die Norm passt, werden seine Fähigkeiten in Frage gestellt. Es gibt in der Schule fixe Lehrpläne, die durchgeackert werden und die Kinder müssen zu gewissen Zeiten dieses und jenes können. Man lässt ihnen keine Zeit, sich in ihrem Tempo zu entwickeln.
Und das fängt leider sogar schon im Kindergarten an.

FOTO 4 UNSCHOOLING.jpg

Meine Tochter Laney kam mit vier Jahren im August 2017 in den Kindergarten. Nach den Herbstferien  gab es in diesem ein erstes Kontaktgespräch, in welchem man mir sagte, „dass Laney zwar noch sehr jung sei, sie aber im Sport kaum mithalten kann. Sie kann nicht auf einem Bein hüpfen und zeichnet auch keine Strichmännchen.“ 

FOTO 5 UNSCHOOLING.jpg

Dass Laney dieses oder jenes nicht kann liegt vor allem daran, weil wir sie nicht dazu zwingen. Dieses ständige Hineinpressen in die Norm ging mir schon zu meiner Schulzeit auf den Keks, denn ich bin der Meinung [und jetzt als Mutter sowieso!], dass jeder [kleine] Mensch anders ist und so auch anders wahrgenommen werden sollte und auch manches Mal mehr Zeit braucht, etwas zu erlernen. Den Lehrern fehlt schlichtweg die Zeit, sich jedem Kind zu widmen, was auch dem Lehrplan geschuldet ist. Doch die Schuld kann man nicht den Kindern geben. Sie müssen in unserer heutigen Zeit schneller erwachsen werden und dürfen weniger lang Kinder sein. Sie kommen sehr früh in die Schule, fangen jung an zum Beispiel andere Sprachen zu lernen, obwohl die Meisten nicht mal ihre eigene Sprache beherrschen und kommen auch früher wieder aus der Schule raus. 

FOTO 6 UNSCHOOLING.jpg

Deshalb bin ich der Meinung, dass man Kindern Zeit lassen sollte. Zeit lassen, gross zu werden und die Welt zu entdecken. Natürlich verlange auch ich von einem Zehnjährigen mehr als von einem Vierjährigen, trotzdem ist ein Zehnjähriger immer noch ein Kind. Und wenn man einem Kind das Gefühl gibt oder ihm sagt, es könne dieses oder jenes nicht, unterstützt man nicht gerade sein Selbstwertgefühl.
Aber genau diese Unterstützung wäre wichtig!

FOTO 7 UNSCHOOLING.jpg

Deshalb hört sich für mich die Variante von Unschooling wirklich interessant an. Man begleitet sein Kind, zeigt ihm die Welt und alles, was das Kind wissen will. Aber dies ohne Druck und Stress, im Interesse und vor allem auch im Tempo des Kindes. Leider ist die Methode in der Schweiz noch nicht sehr weit verbreitet. Es läuft einfach alles in seiner gewohnten Norm – wo wir wieder bei dem Thema sind. Solange sich meine Tochter jedoch im Kindergarten wohl fühlt, sehe ich keinen Grund, sie heraus zu nehmen. Doch daheim wenden wir die Unschooling-Methode schon länger an: Was unser Kind wissen will, darf sie wissen. Was sie machen will, darf sie machen. Wir geben ihr nicht vor, was sie zum Beispiel zeichnen soll. Und sie darf so lang Kind sein, wie es nur geht, denn der Ernst des Lebens beginnt leider viel zu früh.

FOTO 8 UNSCHOOLING.jpg

Und nicht einmal zwei Wochen nach dem Kontaktgespräch konnte Laney übrigens auf einem Bein hüpfen und auch die Strichmännchen zeichnen. Aber mal ganz ehrlich: Albert Einstein konnte bis zu seinem vierten Lebensjahr nicht einmal sprechen und wir wissen alle, was aus ihm geworden ist … #JustSaying 👈🏻

Anne - 09:39:44 @ BLOG | 8 Kommentare

  1. Olga

    2018-01-15

    hab noch nie daran gedacht doch es klingt wirklich gut. ich finde nämlich auch, dass die Kinder so schnell gross werden müssen. toller beitrag, merci.glg

  2. Selina

    2018-01-15

    Das stimmt! Heute müssen die Kinder so viel können und haben kaum Zeit, sich zu entfalten. Finde das auch traurig und Unschooling hört sich wirklich gut an. Bei uns gibt’s das aber auch nicht..Schade. Doch wie immer ein guter Blogpost. LG, S.

  3. Rahel

    2018-01-15

    hört sich gut an!! 🤗

  4. Aline

    2018-01-15

    Ich glaub, es gibt Schulen, die so etwas anbietne oder zumindest etwas ähnliches. Am besten ist es ja immer, wenn Kinder in einem Alter sind und zusammen spielen und lernen können. Sie müssen klar auch das lernen, was sie für die Prüfungen und den abschluss brauchen. Doch das Beste wäre wirklich alles ohne Druck. 👌

  5. Kristina

    2018-01-15

    Hätt ich das mal früher gewusst.Ich hatte immer so Probleme in der Schule! o.o Aber für die eigenen Kinder wärs vielleicht was, vor allem, wenn sie auch Probleme haben.

  6. Judy

    2018-01-15

    Merci für den Post! Unschooling ist in der Tat in der Schweiz noch nicht so verbreitet oder auch bekannt. Ich denke, es kommt immer auf das Kind an. Den einen fällt die Schule leicht, anderen weniger. Aber das Abstempeln mag auch ich nicht und hab das auch bei meinem Sohn gemerkt. er ist gut in der Schule, doch kam er mal nicht so weiter, gabs gleich ein Gespräch. Deshalb fänd ich es gut, wenn die Kidner mehr Raum zur Selbstentwicklung bekämen, selbst in der Schule. LG

  7. Gast

    2018-01-15

    #Unschoolingrocks 👌👍

  8. Nicole

    2018-01-25

    Interssanter Beitrag! Ich habe vor kurzem das Buch “warum dänische Kinder glücklicher und zufriedener sind” gelesen. In Dänemark liegt das Hauptaugenmerk nicht auf Bildung oder Sport, sondern auf dem ganzen Kind. Das gefällt mir echt gut. In Deutschland gibt es ein großes Konkurrenzdenken. Das Kind sollte am besten nur gute Noten schreiben und nebenher noch 3-4 Hobbys nachgehen. Wo bleibt die Zeit zum Spielen und die Kindheit zu genießen?

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